In der Kölner Südstadt verkaufen Ehrenamtliche seit Jahrzehnten Secondhand-Artikel für den guten Zweck. Den zweitältesten Oxfam Shop in Deutschland gibt nun 30 Jahre lang – durch das Engagement der ehrenamtlichen Shop-Teams.

Die freiwilligen Mitarbeiter*innen nehmen Sachspenden entgegen, versehen sie mit Preisen, arrangieren sie im Laden, gestalten die Schaufenster, beraten und kassieren. Mehrere hunderttausend Stunden haben die rund 100 Shop-Mitarbeiter*innen in drei Jahrzehnten ehrenamtlich geleistet. Dafür wurden sie 2016 sogar mit den Ehrenamtspreis der Stadt Köln ausgezeichnet.

Geburtstag ohne Feier

Wegen des bundesweiten Lockdowns kann das Jubiläum leider nicht gefeiert werden. Bestimmt wären die Unterstützer*innen und Kölner VIPs – wie die langjährige Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, der Schauspieler und Moderator Ron Williams oder der Kabarettist Jürgen Becker – persönlich zum Gratulieren vorbeigekommen.
Aber: „Unter sicheren Bedingungen so bald wie möglich wieder öffnen und unser Sortiment aus zweiter Hand zugunsten von Oxfam verkaufen zu dürfen, wäre unser schönstes Geschenk“, sagt Margret Lippold, die seit 19 Jahren ehrenamtlich in der Bonner Straße aktiv ist.

Kleiner Anfang führte zu großem Erfolg

Der erste Oxfam Shop Deutschlands entstand aus einem improvisierten Garagenverkauf in Bonn. 1985 hatte die Frau eines britischen Diplomaten dort begonnen, Gebrauchtes für den guten Zweck zu verkaufen – ein Prinzip, das in Großbritannien Tradition hat, in Deutschland damals jedoch neu war. Aber es kam an – und entwickelte sich seitdem zu einem Netz aus 55 Oxfam Shops in 34 Städten, das von der gemeinnützigen GmbH Oxfam Deutschland Shops geführt wird.