Die Geschwister Auschra und Florinda aus dem Memelland und Marie Claire aus Frankreich sitzen, adrett gekleidet, im Oxfam Shop Bremen im Regal und schauen den Ehrenamtlichen bei der Arbeit zu. So wirkt es auf den ersten Blick. Doch ein zweiter Blick zeigt: Die drei Beobachterinnen sind keine Kinder, sondern Puppen.

Puppen aus Porzellan, Vinyl und mit echtem Haar

Ihren Puppen ein möglichst wirklichkeitsgetreues Aussehen zu verleihen war das Ziel von Puppenmacherin Annette Himstedt. Bereits in den 70er Jahren experimentierte sie mit der Herstellung lebensechter Puppen aus Porzellan und Vinyl. Dafür setzte sie für einige Kollektionen sogar auf Echthaar und echte Wimpern. Die viele Arbeit zahlte sich aus: Die Puppen waren international gefragt und sind es auch heute noch – teilweise werden sie für mehrere tausend Euro gehandelt. Einige der gefragten Himstedt-Puppen wurden im Oxfam Shop Bremen gespendet. Therese Sobik, Ehrenamtliche im Shop, hat früher selbst Puppen gesammelt und erkannte sofort, dass die knapp 70 cm großen Puppen etwas Besonderes sind: „Annette Himstedt Puppen sind wahre Raritäten – Auschra und Florinda zum Beispiel wurden weltweit nur 25-mal hergestellt. Noch dazu sind die Puppen wunderschön!“

Auktion startet am 7. Dezember

Nun sollen Auschra und Florinda sowie Marie Claire, passend zu Weihnachten, für den guten Zweck auf Ebay versteigert werden. Die Auktion startet am 7. Dezember um 11 Uhr und läuft für zehn Tage. Der Startpreis liegt je nach Puppe für das Geschwisterpaar bei 950 Euro und für Marie Claire bei 400 Euro. Die Auktionen unterstützen Oxfams weltweiten Einsatz für eine gerechte und nachhaltige Welt ohne Armut.

Überflüssiges flüssig machen – gegen Ungleichheit und Armut

Therese Sobik freut sich, dass sie mit ihrem Engagement im Shop Gutes tun kann. „Nicht allen Menschen geht es gut. Mit dem Ehrenamt möchte ich einen Teil zurückgeben“, erzählt sie Wer wie Therese Sobik Lust hat, Secondhand-Schatzsucher*in zu werden und in einem von 55 Oxfam Shops Überflüssiges flüssig zu machen: Viele Läden, die Oxfam in 34 Städten betreibt, freuen sich über Ehrenamtliche, die für eine Schicht pro Woche – etwa fünf Stunden – mit anpacken, Sachspenden annehmen, Waren auspreisen, Laden und Schaufenster dekorieren, beraten und kassieren. Bundesweit engagieren sich rund 3.500 Ehrenamtliche für die internationale gemeinnützige Organisation.