Nach Feierabend zum Ehrenamt

Brit Nowaczyk arbeitet seit der Eröffnung vor fünf Jahren im Oxfam Shop Dresden. Ihr Bereich: Bücher.

Dienstagmorgen, sechs Uhr: Der Wecker klingelt. Brit Nowaczyk (46) hat einen vollen Tag vor sich. Um viertel vor sieben macht sich die Buchhalterin auf den Weg zur Arbeit. Mit 35 Stunden füllt der Job die Woche gut aus, trotzdem möchte Brit Nowaczyk nicht auf ein Ehrenamt verzichten.
Als sie vor gut fünf Jahren im Oxfam Shop anfing, war sie vorübergehend arbeitssuchend, ihr Ansporn: „etwas Sinnvolles mit der Zeit anfangen“. Beim Ehrenamt geblieben ist Brit Nowaczyk, weil sie die Tätigkeit selbst, die vielen tollen Menschen und Oxfams Arbeit schätzt. „Was dir am Herzen liegt, gibst du ungern auf“, sagt sie. „Ich habe Glück gehabt, dass es sich einrichten ließ, weiter im Oxfam Shop zu arbeiten.“

Ausgleich – und Nahrung für den Kopf

15 Uhr: Feierabend in der Buchhaltung. Doch für Brit Nowaczyk geht es weiter, die 46-Jährige macht sich direkt in den Oxfam Shop auf. Im Ehrenamt hat sie viel gelernt: Praktische Dinge wie den Umgang mit Kund*innen und mit der Kasse, aber auch Wissen über Oxfams Arbeit weltweit, zum Beispiel warum es in der Nothilfe neben der Versorgung mit Trinkwasser auch um Aufklärung in Hygienefragen geht. „Es ist ein schöner Ausgleich und der Kopf bekommt neue Nahrung“, sagt Brit Nowaczyk.
Auch die Arbeit mit den anderen Ehrenamtlichen im Shop macht ihr großen Spaß. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft, wir halten zusammen und man kann sich auf alle verlassen. Beim Ehrenamt muss alles stimmen. Man muss gern hingehen, weil die Motivation nicht Geld, sondern die Überzeugung ist.“

„Es kostet viel Kraft, bereichert aber mein Leben“

Dienstagabend, 20 Uhr: Brit Nowaczyk kommt nach Hause – erschöpft, aber zufrieden. Viel Rückhalt bekommt sie von ihrem Mann. „Er hält mit beim Umdenken – und hält mir oft den Rücken frei“, sagt sie. Für beide ist ehrenamtliches Engagement etwas Selbstverständliches. Sie gehen zu Demos, beteiligen sich an einer solidarischen Landwirtschaft in ihrer Region, sind Paten für Geflüchtete. „Man muss das machen, was man für wichtig und richtig hält. Es kostet viel Kraft, bereichert aber mein Leben ungemein.“